Texte

Voice Coaching

Nina Hesse Bernhard

Ein Raum

Und wenn es eine Fläche wäre, ein Feld. Oder ein Raum, der vom Himmel gefallen ist. So rein wie der ist, mit seinem blütenweissen Boden. Den hellen Wänden. Den üppigen Fenstern. Durch die kommt das Licht. Es beleuchtet den Raum, das Licht und zeichnet Muster auf den Boden. Muster, die sich bewegen. Die Fenster stehen weit offen. Ein Windhauch säuselt, frisch und salzig. Das Meer ist nah. Und die Luft lockt Geräusche herein. Geräusche von Wasser. Von Blättern im Wind. Und der Raum, durchatmet die Geräusche von Wasser und Blättern im Wind.

Und wenn in diese wache Stille Buchstaben, Wörter und Sätze fliegen würden. Als Papierfetzen durch die Dachluke, durch die Fenster und die offenstehende Tür. Sie wirbeln durch den Raum und lassen sich von den Frauen, den Kindern und den Männern bestaunen. – Ob der vielen Buchstaben, Wörter und Sätze, die da hereinfliegen, beginnt ein Kind. Und es ist nicht einmal gross. Zu lachen. Und alle lachen mit. Es sind viele die da mitlachen und sich die Bäuche halten. Und auch die Wände und die Decke beginnen unter dem Gelächter zu beben.

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